Imagekampagne des Handwerks – ein Kommentar

- Frank Berting, stellv. Bundesvorsitzender
Was lange währt, wird endlich gut. Zum Jahresbeginn 2010 steht der Start der Imagekampagne des Handwerks an. Mit dieser Kampagne kann das Gesamthandwerk endlich das vermeintlich verstaubte Image ablegen und sich als attraktiver Arbeitgeber, Anbieter und Wirtschaftszweig präsentieren. Mit dem Slogan „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von Nebenan.“ stellt sich das Handwerk sowohl als lokal bzw. regional arbeitender Wirtschaftszweig, aber auch in seiner Bedeutung in der Gesamtwirtschaft dar. Wir, die Junioren des Handwerks, befürworten diese Kampagne, gerade weil wir die Zukunft unseres Wirtschaftsbereiches repräsentieren und gestallten.
Dass dem Handwerk ein neues Image verpasst werden muss, wurde schon lange gefordert, jetzt hat das Handwerk den großen Wurf geplant: Mit dem Start der Kampagne auf allen Kanälen bekommen wir ein dynamisches, fortschrittsorientiertes Bild, das gewerkübergreifend gültig wird. Gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel wird es immer wichtiger, die Talente als unseren Nachwuchs im Handwerk, wie auch in der Handwerksorganisation zu gewinnen. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise wird vorüber gehen; dann wird es wichtig, gut für die Zukunft aufgestellt zu sein: Es müssen genügend Auszubildende, als auch Fachkräfte rekrutiert werden, um den Herausforderungen des Marktes gewappnet zu sein. Gerade hier wird die Bedeutung eines neuen Bildes klar, denn das Handwerk konkurriert innerhalb der Gesamtwirtschaft um die besten Köpfe. Und wir brauchen die Besten.
Bei aller Euphorie dürfen wir aber nicht vernachlässigen, die Imagekampagne auch nach Innen zu leben, nicht nur innerhalb der Organisation, sondern auch direkt in unseren Betrieben. Die Kommunikation innerhalb des Handwerks muss verbessert werden. Das neue Selbstverständnis muss auch nach Innen transportiert werden. Sowohl technisch, also im Verbund mit der Ausformulierung der Kampagne, als auch im Geiste, im Selbstverständnis muss noch einiges geschehen, damit der volle Erfolg garantiert werden kann. Vieles, was jetzt durch die Kampagne nach außen vermittelt wird, muss noch im Innern der Handwerksorganisation ankommen. Jeder Handwerker muss das Gefühl bekommen, das ist meine Kampagne, ich bin Handwerker. Und was nutzt die beste Kampagne, wenn die zu vermittelnden Werte, in der eigenen Bude nicht heimisch sind? Es gibt leider noch zu viele Betriebe, da ist die Hauptaufgabe des Auszubildenden, die Werkstatt sauber zu halten. Aber dabei sollte man bedenken, dass soetwas auch u.a. in der Berufschule kommuniziert wird, und dann hilft die beste Kampagne nicht, das Bild des Handwerks zu modernisieren. Doch können wir da bereits viele gute Ansätze vorfinden. Und zu bedenken ist auch, dass nicht nur unsere Betriebe und jeder Einzelne für den besten Nachwuchs werben muss, sondern auch unsere Handwerksorganisation. Und dazu werden wir als offizielle Nachwuchsorganisation gerne unseren Beitrag leisten.
Für das Handwerk wird es auf jeden Fall ein gutes Jahr 2010.
Frank Berting
Metallbauermeister
stellvertretender Bundesvorsitzender der Junioren des Handwerks




