Berlin, 06.02.2012 - Zur aktuellen Verständigung von Bund, Ländern und Sozialpartnern über die Einführung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) erklärt der Geschäftsführende Vorstand der Junioren des Handwerks:

Den Meister mit dem Bachelor gemeinsam auf Niveaustufe 6 zu verorten ist ein konsequenter und überfälliger Schritt. Gerade in Zeiten eines sich verschärfenden Fachkräftemangels ist die Botschaft, dass die berufliche Bildung auf einer Stufe mit der akademischen Bildung steht, ein wichtiges Signal für junge Menschen, eine Karriere im Handwerk ins Auge zu fassen. Wer mit einem Ausbildungsberuf auf Niveaustufe 3 oder 4 beginnt, kann nun durchstarten auf Niveau 6. Eine „Karriere nach der Lehre“ im Handwerk wird damit für viele Jugendliche interessant, denen bislang die Gleichwertigkeit und die vielfältigen Chancen eines Karrierewegs im Handwerk nicht so bewusst waren.

Für die Junioren des Handwerks – selbst Fach- und Führungskräfte und in der überwiegenden Mehrzahl Inhaber des Meisterbriefs – wird mit der Zuordnung bestätigt, wovon sie ohnehin im Innersten überzeugt sind: Der Meisterbrief ist ein attraktives Gütesiegel für Qualität und Qualifizierung. Er ist stabiles Fundament für die Selbstständigkeit bzw. die Tätigkeit in Führungspositionen.

Ebenso wichtig wie die Gleichwertigkeit des Meisterbriefs mit der akademischen Ausbildung ist uns die Gleichwertigkeit der beruflichen Ausbildung mit dem Abitur. Hier sehen wir noch Nachholbedarf. Deshalb sollte die fünfjährige Evaluationsphase, nach der sämtliche Zuordnungen erneut beraten und entschieden werden sollen, genutzt werden, auch hier für Gleichwertigkeit zu sorgen. Dann sollte auch die Allgemeine Hochschulreife in das System aufgenommen werden – und zwar auf einer Stufe mit dem Gesellenbrief auf Niveau 4. Immerhin haben viele europäische Länder, darunter Frankreich, die Niederlande oder Schweden, dem Abitur vergleichbare Abschlüsse auf Stufe 4 zugeordnet.