Rente mit 70 - wer bietet mehr?
Berlin, 12.08.2010 (ak) Die allgegenwärtige Rentendebatte im Sommerloch, einmal wieder gegen die Rente mit 67 Jahren, muss nach Ansicht der Junioren des Handwerks entemotionalisiert werden. „Wer die Demografie vor Augen hat, weiß, dass ein Renteneintrittsalter von 67 – 70 Jahren eingeführt und durchgesetzt werden muss“, so Carsten Röttgers, ehem. Bundesvorsitzender der Junioren des Handwerks, „und wir haben die Demografie vor Augen!“.
Allein auf Grund des zunehmenden statistischen Lebensalters und der absoluten wie relativen Abnahme der Zahl der jüngeren Beitragszahler kann ein stabiles Sozialsystem nur dann funktionieren, wenn das durchschnittliche Renteneintrittsalter von derzeit 62 Jahren um mindestens 5 Jahre erhöht und zusätzlich privat vorgesorgt wird, damit die zukünftigen Beitragszahler nicht noch stärker belastet werden. „Wir kommen an einer zusätzlichen privaten Vorsorge nicht herum“, so Röttgers weiter.
Die SPD betritt mit ihrem Ansinnen, die Rente mit 67 Jahren rückgängig zu machen, sumpfiges Gebiet. Olaf Scholz hat mit seiner Forderung vielleicht heute die Gewerkschaften hinter sich, muss sich aber fragen lassen, warum er die von ihm selbst mitbeschlossenen Reformen der Großen Koalition jetzt torpediert.
Nach Ansicht der Junioren des Handwerks führt kein Weg daran vorbei, die Lebensarbeitszeit bei steigender Lebenserwartung und sinkender Geburtenrate zu verlängern. Thema wird dann nicht die Rente mit 67, sondern eher die Rente mit 70 Jahren sein. Die Beschäftigungslage der älteren Bevölkerung wird sich in den kommenden Jahren stark verbessern, da die durch den Geburtenrückgang entstehende Lücke mit älteren erfahrenen Arbeitskräften gefüllt werden muss. Der Fachkräftemangel, der heute schon da ist, wird sich als deutliches Wachstumshemmnis erweisen.
Für die Unternehmen kristallisieren sich drei Punkte für positive mittel- bis langfristige Zukunftsperspektiven heraus: dem Fachkräftemangel mit der Beschäftigung älterer Menschen begegnen, auf mehr private Vorsorge setzen und familienfreundliche Unternehmenspolitik leben, damit Kinder zu haben und für Nachwuchs zu sorgen, wieder attraktiv wird. Hierfür stehen mehr als 8.000 Handwerksjunioren mit ihren Betrieben.




