Handwerksjunioren werden für "Deutsche Meister" ausgezeichnet
Die Preisträger des diesjährigen Kommunikationswettbewerbes der Aktion Modernes Handwerk (AMH) „Ideen bekommen Flügel“ stehen fest. Der AMH-Kommunikationswettbewerb „Ideen bekommen Flügel“ zeichnet innovative und besonders kreative Wege aus, mit denen Betriebe und Handwerksorganisationen für das Handwerk und den Meisterbrief als Qualitäts- und Gütesiegel werben.
Der 1. Preis in der Kategorie Handwerksbetriebe ging an den Paderborner Handwerkerverbund „Meisterhand Paderborn“, zu dem sich acht etablierte Handwerksbetriebe verschiedener Gewerke zusammengeschlossen haben. Den 2. Preis in dieser Kategorie erhielten die KURZ UM-Meisterbetriebe aus Bielefeld.
In der Kategorie Handwerksorganisationen wurden die Kampagne „Morgen Meister!“ der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz, Die Aktion „Deutsche Meister“ des Bundesverbandes der Junioren des Handwerks sowie die Imagekampagne der Friseur-Innung Köln ausgezeichnet.
Das Thema des diesjährigen Kommunikationswettbewerbes lautete „Meister“. Klaus Hackert, Vorsitzender der AMH, wies in seiner Eröffnungsansprache darauf hin, dass „der Meister, der Meisterbrief und das Meisterprinzip“ zentrale Themen für das Handwerk, seine Betriebe und Organisationen seien, auch und vor allem wegen der politischen Rahmenbedingungen sowie der Reform der Handwerksordnung, die seit 1. Januar 2004 in Kraft ist und die Meisterpflicht in etlichen Gewerken nicht mehr voraussetzt. Gerade aus diesem Grund sei es wichtig, für den Meister und die damit implizierten Qualifikationen aktiv zu werben. Hackert lobte die ausgezeichneten Ideen, sparte aber auch nicht an Kritik: „Aus unserer Sicht reicht es nämlich nicht, bei Kommunikationsmaßnahmen, Flyern oder Werbemitteln nur darauf hinzuweisen, dass der Betrieb ein Meisterbetrieb ist; allein der Hinweis auf die handwerkliche Arbeit ‚durch Meisterhand’ reicht nun einmal nicht aus, um die dahinter stehenden Qualitätsmerkmale, beispielsweise Kompetenz, Erfahrung, Innovation und handwerkliche Perfektion verbunden mit Qualität zu verkaufen.“ Bei den Einsendungen aus den reihen der Handwerksbetriebe seien wirklich durchdachte innovative und kreative Ideen rar gesät gewesen. Deshalb habe es in diesem Jahr auch nur zwei statt wie üblich drei Auszeichnungen gegeben. „Dieses Ergebnis macht für uns, die Aktion Modernes Handwerk, deutlich, dass wir noch wesentlich intensiver die Werbetrommel nicht nur für den Meister rühren müssen, sondern auch für die Einsicht der Handwerksbetriebe in die Notwendigkeit, mit dem Meister und den dahinter stehenden positiven Eigenschaften offensiv zu werben.“
In diesem Zusammenhang wies Hackert auch auf die von der AMH mitgetragenen bundesweiten Imagekampagne „Meister wissen wie’s geht“ hin. Mit den dort angebotenen Unternehmerpaketen seien die Betriebe zumindest im Besitz einer Basisausstattung, um in der Lage zu sein, mit seinem meisterlichen Können zuwerben.
Auch auf Seiten der Handwerksorganisationen gibt es lobenswerte öffentlichwirksame Aktionen. So würdigte der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Neuss, Paul Neukirchen, die Aktivitäten der Friseur-Innung Köln, „die sich stets hohen Qualitäts- und Servicestandards bei ihren rund 450 Meister-Mitgliedsbetrieben verpflichtet fühlt“. Zunehmender Konkurrenzdruck, verbunden mit Preisdumping und die Diskussion um die Meisterpflicht hätten die Kölner Innung „zu einer grundsätzlichen Neuausrichtung ihrer Werbestrategie“ veranlasst. Gemeinsam mit der Kölner Agentur „Pulsschlag Network“ sei das Konzept einer jungen und frischen Kampagne entwickelt worden, die eine permanent hohe Werbepräsenz über mehrere Monate hinweg garantiert habe.
Die Aktion „Deutscher Meister“ der Handwerksjunioren würdigte Franz Reisbeck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Gesellschaft für Handwerksmessen München (GHM). „Mit unkonventionellen Ideen profilieren sie sich, auch um die Speerspitze des deutschen Handwerks zu bilden“, beschrieb Reisbeck das Selbstverständnis der Handwerksjunioren. Ausgezeichnet wurde die Idee, „die Vielfalt des Handwerks und seiner Meister mit dem deutschen Meister im Sport gedanklich und vor allem in einem Bild zu verbinden“. Deutsche Meister, so lobte Reisbeck, genössen, im Sport genauso wie im Handwerk, hohes Ansehen. So entstand ein Foto mit 13 wirklichen Handwerkern, die täglich ihren Meister stehen – in ihrer typischen Berufskleidung! „Das Foto hat natürlich auch ein Handwerksmeister, Lothar Mitschke aus Coburg geschossen – denn Meister wissen bekanntlich, wie’s geht“, sagte der Laudator.
AMH-Jurymitglied Renate Bargsten, Chefin der Agentur „mix“, würdigte vor den Vertretern des Handwerks, der Presse und den vielen Gästen die Imagekampagne des rheinland-pfälzischen Handwerks „Morgen Meister!“ als „äußerst kreative Idee, nicht nur was den Slogan betrifft, sondern auch die Ausgestaltung in den verschiedenen Medien“. Sie verdiene die Auszeichnung auch deshalb, weil sie „aus dem Bewusstsein um die Notwendigkeit des Handwerks, ein positives Image für den Meister zu schaffen“, entstanden sei.






