Landeskongress der Junioren des Handwerks Baden-Württemberg 2009

(Stuttgart) Auf dem Landekongress der Junioren des Handwerks Baden-Württemberg e.V. am 16.05.2009 in Stuttgart forderte der Landesvorsitzenden Thomas Mayer einen nachhaltigen Bürokratieabbau um die Betriebe zu entlasten. Umweltministerin Tanja Gönner betonte die stabilisierende Wirkung des Handwerks in der aktuellen Wirtschaftskrise.

In Haus des Handwerks eröffnete der Landesvorsitzende Thomas Mayer den Kongress. In seiner Rede ging er auf die aktuelle Situation des Handwerks ein. Durch die schwierige Lage der Automobilbranche sind im Handwerk der Maschinenbau und Kfz-Zulieferbereich stark betroffen, die Auftragseinbrüche belaufen sich auf bis zu 50 Prozent. Banken und einige große Unternehmen begeben sich unter den Schutzschirm staatlicher Hilfe. Im Gegensatz dazu schnallen kleine und mittlere Betriebe den Gürtel enger und die Betriebsinhaber langen in die eigene Tasche. Insgesamt ist die Lage des Handwerks noch gut. Während die Großen jammern und zagen ist das Handwerk stabil. Ein nachhaltiger Bürokratieabbau kann gerade kleinere Betriebe unterstützen. Jedes abgeschaffte Formular bedeutet mehr Zeit für effektive Handwerksarbeit.

Rainer Reichold, Präsident der Handwerkskammer Region Stuttgart, betonte, dass sich das Handwerk durch Pragmatismus auszeichnet statt schwarz zu malen. Handwerker orientieren sich am langfristigen Erfolg und sind an kurzfristiger Gewinnmaximierung nicht interessiert. Er schlug eine Energiesparprämie vor, zur ökologischen Sanierung von Gebäuden. Sie bietet den Hauseigentümern einen Anreiz, den Energieverbrauch ihrer Häuser durch bauliche oder technische Maßnahmen zu senken. Das ist ein Konjunkturprogramm für die Region, von dem das Handwerk profitiert.

Umweltministerin Tanja Gönner bezeichnete das Handwerk als das Rückrat der Realwirtschaft und der Ausbildung. Die Stärke des Handwerks ist seine regionale Verwurzelung und wirkt in der gegenwärtigen Krise stabilisierend. Es war richtig einen Schutzschirm über die Banken zu spannen. Ein Zusammenbruch des Banksystems hätte jeden betroffen, in einem Maße, das die Politik nicht verantworten konnte. Die Fehler der Vergangenheit müssen später, nach Bewältigung der Krise, analysiert und entsprechende Konsequenzen gezogen werden.

Eine Maßnahme des Konjunkturpakets ist die energetische Sanierung. Pauschalzuweisungen an die Kommunen ohne Antragsverfahren sorgen für eine schnelle Umsetzung. Davon profitieren die Umwelt und das Handwerk. Gerade im gesamten Bereich umweltverträglicher Lösungen ist das Handwerk ein wichtiger Partner. Die Umweltministerin setzt auf einen dialogorientierten Umweltschutz im Schulterschluss mit dem Handwerk.

„Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos“, so Dr. Manfred Schmitz-Kaiser, Vorstandsmitglied der L-Bank. Die Abwärtsdynamik hat nachgelassen. Im Handwerk sind industrienahe Bereiche betroffen, die andern schauen verhalten optimistisch in die Zukunft. Eine allgemeine Kreditklemme gibt es so nicht, im Einzelfall ist es zum Teil jedoch schwieriger geworden. Bei kleinen Unternehmen gibt es keine Probleme. Für die Zukunft ist Baden-Württemberg gut aufgestellt. Wir sind nicht nur führend im Automobil- und Maschinenbau, sondern auch in der Umwelt- und der Medizintechnik.

Das Schlusswort sprach der Vorsitzende der Junioren des Handwerks Region Stuttgart. e. V. Klaus Michael Mauch. „Die Junioren des Handwerks sind fortschrittlich denkende Handwerker, die wissen, dass jede Zeit eigene Probleme hat und eigener Lösungen bedarf.“ Ökonomie und Ökologie sind für das Handwerk keine Fremdworte. Schon immer bekennen sich die Junioren des Handwerks in ihren Statuten zum Schutz der Umwelt und schonendem Umgang mit den Ressourcen.

Nach dem Ende des offiziellen Teils führte der Verein Schutzbauten Stuttgart e. V. durch den nach seinem Konstrukteur benannten Winkelturm in Stuttgart-Feuerbach. Der Spitzbunker sollte - durch seine spitze Form - einschlagende Bomben an die Basis abgleiten lassen, damit diese erst am Boden ihre Wirkung entfalten. Die verstärkte Basis des Turmes fing dann die Explosion ab und schützte die Menschen innerhalb des Bunkers.

Abgerundet wurde das Programm am Abend mit einem gemeinsamen Abendbüffet und dem Besuch des Friedrichsbau Varietés.

In der Hauptsversammlung am 17.05.2009 gab es Wahlen zum Landesvorstand. Gewählt wurden:

  • 2. Vorsitzende, Susanne Stoof, Optikermeisterin, Lauda-Königshofen, Ortsverband Main-Tauber
  • Kassier, Jochen Schwenger, Maurermeister, Michelbach an der Bilz, Ortsverband Hohenlohe
  • 1. Beisitzer, Thomas Geng, Esslingen, Ortsverband Esslingen-Nürtingen
  • 3. Beisitzer, Frank Hohl, Wolfschlugen, Ortsverband Esslingen-Nürtingen

Markus Rießler, Schreinermeister aus Wolpertshausen, vom Ortsverband Hohenlohe, langjähriger 1. Vorsitzender und dann  2. Vorsitzender des Landesverbandes schied aus dem Landesvorstand aus. In seiner 10 jährigen Amtszeit konnte der Landesverband Projekte wie das ESF-Projekt Wissensmanagement im Handwerk auf den Weg bringen. Kurz vor Ende seiner Amtszeit trugen seine Bemühungen, neue Ortsverbände zu gründen, Früchte: in Mannheim wurde in 2008 ein neuer Ortsverband gegründet, der auf der diesjährigen Mitgliederversammlung offiziell in den Landesverband aufgenommen wurde.

Susanne Stoof und Jochen Schwenger erhielten die silberne Ehrennadel für besondere Verdienste im Landesverband. Markus Rießler wurde mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Der nächste Landeskongress findet am 19. und 20. Juni 2010 in Schwäbisch Hall statt.

2007 - Landeskongress der Junioren des Handwerks Baden-Württemberg

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