Leitfaden für die Vereinsarbeit - Ergebnis des Arbeitskreises in Soltau

” Stillstand ist Rückgang “- Der Leitfaden ist das Ergebnis des Arbeitskreises in Soltau. Mitgliedermotivation, Nachwuchsmangel und Öffentlichkeitsarbeit sind immer aktuelle Themen in der Arbeit des Landesverbandes. Der Arbeitkreis wurde im Jahr 1997 ins Leben gerufen um kontinuierlich Lösungsvorschläge für die “ Basisarbeit “ der Juniorenkreise zu finden.

1. Interne Vereinsarbeit

Bestandsaufnahme

Dies sollte die erste Aktion sein, die im Juniorenkreis durchgeführt wird. Folgende Punkte sollten u.a. geklärt werden: Wie setzen sich die Mitglieder zusammen (Alter, Berufsstand, Angestellt/Inhaber, Sponsor etc.). Welche Veranstaltungen sind durchgeführt worden, welche sind geplant. Welche Mitglieder sind aktiv, welche passiv. Wie viel Bereitschaft ist zur Vorstands(-mehr)arbeit vorhanden.

Gemeinschaftsarbeit aller Mitglieder

Es muß allen Mitgliedern klar sein, daß ein Verein nur existieren kann, wenn jeder bereit ist, seinen Teil zur Vereinsarbeit beizutragen. Hierzu gehört selbstverständlich auch die Teilnahme an Veranstaltungen. Hier kristallisieren sich automatisch Mitglieder heraus, die bereit sind, etwas mehr (z.B. im Vorstand) für den Verein zu tun.

Nachfolge im Vorstand sichern

In vielen Juniorenkreisen ist der/die Vorsitzende der Dreh -und Angelpunkt der Vereinsarbeit. Sollte dieser ausfallen oder zurücktreten, bricht nicht selten das gesamte Gerüst des Vereins zusammen. Diesen Verein dann wieder aufzubauen, ist um so schwieriger. Sinnvoller ist es hier, frühzeitig die Nachfolge zu sichern. Ein Rotationsprinzip, das immer „frische“ Leute in den Vorstand bringt, wäre hier denkbar. Von ganz allein zeigt sich dann, wer für Führungspositionen der oder die Richtige ist. So mancher ist in der zweiten Reihe der bessere.

Zusammenarbeit mit Institutionen des Handwerks intensivieren

Viele Handwerkskammern und Kreishandwerkerschaften bieten Beratungen und Veranstaltungen, die den Juniorenkreisen zugute kommen können. Es muß nur der Kontakt zu den Ansprechpartnern aufgebaut werden. Jede dieser Institutionen ist auf Nachwuchs angewiesen, vor allem auf Menschen, die auch Geben nicht nur Nehmen.

Rahmenverträge für Mitglieder

In der Gemeinschaft können sich durchaus Kostenvorteile ergeben. Ob es günstige Rahmenverträge bei Energieversorgern oder Versicherern sind, günstigere Kreditkonditionen bei Banken oder Einkaufsgemeinschaften für Autos und Maschinen, die Möglichkeiten sind sehr groß.

Juniorenkreise als Kooperationsbörse

Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ lässt sich vieles innerhalb der Juniorenkreise regeln. Man kann z.B. Arbeits- und Bietergemeinschaften bilden. Man kann Interessenten vermitteln oder Kontakte herstellen. Die Möglichkeiten sind vielseitig. Wichtig ist jedoch, daß die Juniorenkreise über eine funktionierende Informationsverteilung (Wer macht was, Branchenbuch) verfügen.

2. Öffentlichkeitsarbeit

Pressemitteilungen an den Landesverband geben

Der LV hat ideale Möglichkeiten, die Vereinsarbeit zu verbreiten, wie z.B. Internet, Zeitungen etc. .Außerdem kann der LV bei Gesprächen mit Politik und Verbänden nur stark sein, wenn er weiß, was in den Juniorenkreisen unternommen wird.

Jahresprogramme verteilen

Die Jahresprogramme sind ideal für die Steigerung des Bekanntheitsgrades. Sie sollten nicht nur für die Mitglieder sein, sondern auch in den Verkaufs-/Ausstellungsräumen von Sponsoren, Behörden, Fördermitgliedern und Handwerksnahen Institutionen ausliegen. Hierfür eignen sich aber auch die Berufs-, Meister- und Fachschulen. Aber auch für den LV ist es wichtig, über die Programme in den Juniorenkreisen informiert zu sein (siehe Pressemitteilungen)

Verbesserung des Images und des Bekanntheitsgrades

Die Juniorenkreise sollten überall dabei sein. So gehören z.B. die Juniorenkreise auf Freisprechungsfeiern, Empfänge, Versammlungen der Innungen und Kreishandwerkerschaften etc. Auch bei politischen Veranstaltungen sollten sich die Junioren zu Wort melden, ohne sich allerdings in eine politische Ecke drängen zu lassen.

Information und Geselligkeit verbinden

Das Jahresprogramm sollte ausgewogen gestaltet sein, d.h. ein Gleichgewicht zwischen Geselligkeit und Information. Allerdings sollte hier auch die Zusammensetzung der Mitglieder berücksichtigt werden. Facharbeiter haben unter Umständen andere Interessen wie Meister, Inhaber oder deren Partner. Hier sei auch zu erwähnen, daß die Familien der Mitglieder eine ganz wichtige Rolle spielen.

Sponsoren fordern

Sponsoren und Fördermitglieder sollten nicht nur Geldgeber sein. Viele sind bereit, über den jährlichen Scheck hinaus den Juniorenkreisen zur Seite zu stehen. Denkbar wären hier zum Beispiel die Bereitstellung von Referenten oder von Tagungsräumen. Wichtig ist hierbei allerdings, daß die Pressearbeit funktioniert, denn jeder Sponsor liest gerne seinen Namen in der Zeitung.

Kooperationen mit Innungen

Hier sieht es ähnlich aus wie bei den Sponsoren. Die Juniorenkreise sind der ideale Nachwuchs für die Arbeit in den Innungen. Da diese Verbindung aber nicht einseitig sein sollte, wäre es vorstellbar, das Innungen neue, junge Mitglieder auch an die Junioren des Handwerks „vermitteln“. So kann eine Beziehung entstehen, die für beide nützlich ist. Konkurrenzdenken ist hier fehl am Platz.

Berichte in Handwerksnahen Zeitungen

Jede Zeitung ist dankbar für Beiträge bzw. lebt von ihnen. Viele Krankenkassen, Versicherungen, Banken und Verbände haben eigene Publikationen. Diese sollten genutzt werden, um den Bekanntheitsgrad zu fördern.

Existenzgründerbetreuung auf Ortsebene

Denkbar wären hier z.B. Patenschaften bzw. deren Vermittlung. Jeder Neueinsteiger ist dankbar für Hilfe. Sie muß nicht von Junioren geleistet werden. Eventuell kann man erfahrene „Handwerks-Senioren“ vermitteln, die Tipps geben können. Auch die Fördermitglieder können wichtige Hilfe leisten. Diese Patenschaften sind auch ideal für neue Mitglieder in den Juniorenkreisen. Jeder fühlt sich in einer Runde wohler, wenn er jemanden kennt, bzw. sich jemand um ihn kümmert.

Öffnung von Veranstaltungen

Manchmal kann es sinnvoll sein, einige Veranstaltungen für die Allgemeinheit zu öffnen. Ob es z.B. eine Veranstaltung ist, die auch für das Gesamthandwerk von Interesse ist oder auch den Normalbürger anspricht. Es ist die einfachste Möglichkeit, den Bekanntheitsgrad nicht nur beim Handwerk, sondern auch bei der Allgemeinheit, der Wirtschaft und der Presse zu steigern.

Exklusive Veranstaltungen

Eine gute Möglichkeit zur Imageverbesserung ist die Durchführung von Veranstaltungen, die nur die Junioren machen. Denkbar wäre hier z.B. einen alljährlichen Handwerkerball, ein Neujahrsempfang der Handwerkerschaft, eine Wanderung der Handwerkerschaft mit Essen (z.B.Grünkohl). Das ist eine Möglichkeit, die zwar viel Arbeit macht, aber das Image und die Lobby um ein Vielfaches verstärkt.

Nutzen aufzeigen

In persönlichen Gesprächen kann und soll jedes Mitglied die Möglichkeiten der Junioren aufzeigen können. Dazu muß natürlich jeder ausreichend informiert sein über die Ziele und Aufgaben der Junioren. Dies ist eine wichtige Möglichkeit, Nachwuchs zu gewinnen und Interesse zu wecken.

3. Internet

eMail-Adressen ermitteln

Die Übermittlung von Daten per eMail hat inzwischen einen großen Stellenwert. Der größte Teil aller Unternehmen und auch schon viele Privathaushalte haben einen Internetzugang und eine eMail-Adresse. Im Zuge der Vereinfachung der Verwaltung und Kostenersparnis sollte jeder Juniorenkreis über die Adressen verfügen. Man könnte in Zukunft z.B. einen Newsletter aufbauen oder Einladungen und andere Schriftstücke per eMail verschicken.
Adressen bitte zu : nds@handwerksjunioren.de

Internetauftritt der Juniorenkreise

Inzwischen gehört es fast „zum guten Ton“, einen Internetauftritt zu haben. Die Möglichkeiten mit diesem Medium sind sehr groß. So kann z.B. eine Mitglieder-Datenbank veröffentlicht werden, Zustimmung vorrausgesetzt. Es kann eine Art Junioren-Branchenbuch erstellt werden. Es können freie Kapazitäten gemeldet werden (ideal für Kooperationen). Man kann über aktuelle Themen auf Ortsebene Stellung beziehen, seine Veranstaltungen ankündigen, Ansprechpartner nennen etc.

Internet auf Landesbasis

Jeder Juniorenkreis bekommt unter nds.handwerksjunioren.de  eine eMail-Adresse mit einem Postfach. Hier werden Informationen auf Landesbasis für die Ortkreise hinterlegt. Desweiteren sollten alle Aktivitäten an den Landesverband gemeldet werden, damit auch der Internetauftritt des LV ein aktuelles Bild der Leistungen der Juniorenkreise abgibt.