Handwerksjunioren stellen Konzept für Südniedersachsen vor
Im Rahmen einer Pressekonferenz am 23.07.2004 präsentierte der Landesverband der Junioren des Handwerks Niedersachsen e. V. das Zukunftskonzept für die Problemregion Nr. 1, Südniedersachsen, mit den Landkreisen Goslar, Osterode, Northeim, Göttingen und Holzminden.
Betroffen vom wirtschaftlichen Niedergang dieser Region seien, so der Landesvorsitzende Böker, vor allem mittelständische Existenzgründer und Betriebsübernehmer, deren wirtschaftliche Zukunft und Existenz zunehmend in Frage gestellt sei. Deshalb habe der Landesverband ein umfassendes Konzept erarbeitet, dass sich an die unterschiedlichsten zuständigen Akteure wendet:
So erwarten die Junioren von der Landesregierung, dass z. B. im Rahmen der Verwaltungsreform Landesbehörden schwerpunktmäßig in Problemregionen, wie Südniedersachsen angesiedelt werden. Beispiele könnten das Landesamt für Denkmalpflege oder das Landesamt für Statistik sein.
Bei neu geschaffenen Einrichtungen, wie z. B. der NBank, müsste der Sitz ebenfalls nicht unbedingt Hannover sein, sondern könnte sich genauso gut in Südniedersachsen befinden. Deshalb fordern die Junioren die Landesregierung auf, durch die Einrichtung einer Stabsstelle eines sogenannten Strukturbeauftragten des Landes solche Fehlentwicklungen künftig zu vermeiden.
In Richtung Bundes- und europäischer Ebene fordern die Junioren den Umbau des Solidaritätszuschlags zu einem bundesweiten Förderinstrument, die Schaffung gleicher Steuersätze und Abschreibungsmodalitäten in Ost und West sowie die Bereitstellung einer identischen Förderkulisse zwischen Südniedersachsen und den neuen Bundesländern. Auch die Sozialpartner seien bei dieser Thematik gefragt. Lohngefälle von ca. 30 % zwischen alten und neuen Bundesländern erfordern Antworten der Tarifvertragsparteien.
Eine Hauptrolle komme unzweifelhaft den Kommunen zu. Stichworte wie Optimierung von Genehmigungsverfahren, Maßnahmen zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung, wirtschaftsfreundliche kommunale Steuern und Abgaben, Optimierung der kommunalen Verkehrsplanung, z. B. durch die Einsparung von Politessen, die Intensivierung der Familien- und Bildungspolitik durch Schaffung von Kinderbetreuungsmöglichkeiten seien Maßnahmen, die jede Kommune selbst machen könne und die auch bereits in Niedersachsen umgesetzt werden, bislang leider überwiegend in anderen Regionen.
Ein weiterer Adressat der Erwartungen und Forderungen ist die Handwerksorganisation selbst. Hier erwarten die Junioren, dass die Handwerkskammer Hildesheim aufgewertet wird zur Handwerkskammer für den Raum südliches Niedersachsen und dass sowohl Kammer als auch Kreishandwerkerschaften landkreisübergreifend gemeinsame Konzepte zur Stärkung dieser Region entwickeln.
Gerade in Krisenregionen, so der Landesvorsitzende Böker, könne sich das Handwerk nicht mehr erlauben, nur Kirchturmspolitik zu betreiben. Das Gebot der Stunde seien Kooperationen und Zusammenarbeit innerhalb der gesamten Region Südniedersachsen.




