NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke stellte sich
Unternehmernachwuchs aus dem Handwerk gegen Umweltzonen
Nachwuchsorganisation „Junioren des Handwerks“ debattierte mit Politikern über Folgen für die Betriebe und Lösungsansätze für Erleichterungen
Der Ausstellungsraum der Kunst- und Bauglaserei von Jörg Müntz in der Düsseldorfer Altstadt platzte aus allen Nähten. Mehr als 50 Teilnehmer: Jungunternehmer der Nachwuchsorganisation „Junioren des Handwerks“, Politiker aus Landesregierung, Landtag und Düsseldorfer Rat mit Landesverkehrs- und –Städtebauminister Oliver Wittke als Spitzengast, Repräsentanten des Kreishandwerks, Funk und Fernsehen: die Nachwuchsorganisation „Junioren des Handwerks“ hatte mit dem Thema ihres Werkstattgesprächs: „Verkehrsregion Düsseldorf: Von Umweltzonen und (anderen) Verkehrssünden“ offensichtlich einen Nerv getroffen.
Zwar sei in der Landeshauptstadt durch die Entscheidung des Oberbürgermeisters, zunächst Massnahmen-Alternativen und die grundsätzliche Notwendigkeit der Einrichtung einer Umweltzone eingehend zu prüfen, die „Kuh vorerst vom Eis“, wie die Vorsitzende des Verbands, Dachdeckermeisterin und –Unternehmerin Petra Dahmen (Mönchengladbach) eingangs betonte. Dies gelte jedoch keineswegs für den gesamten Regierungsbezirk, geschweige denn fürs Ruhrgebiet. Die Belastungen bei Einführung von Umweltzonen für das Handwerk seien „enorm. Transporter und Handwerkerfahrzeuge mit Schadstoff-Stufe 1, wie sie viele Handwerksbetriebe fahren, können nicht nachgerüstet werden. Sie haben eine geringe Laufleistung, maßgeschneiderte Umbauten und werden von den Betrieben entsprechend lange genutzt. Würden diese Bau- und Handwerkerfahrzeuge jetzt ausgebremst, wäre das ein kaum zu leistender finanzieller Kraftakt. Kommen Bau- und Lieferfahrzeuge nicht mehr zu den Einsatzorten in den Innenstädten, wären außerdem zahlreiche Baustellen am Standort lahmgelegt“, zeigte Petra Dahmen Konsequenzen eines Umrüstzwangs für Handwerkerfahrzeuge auf.
Vorschlag der Junioren: Alle Emmissionsquellen, auch Hausbrand und Bremsabrieb, sollten als Verschmutzungsquelle exakt analysiert sein, bevor Einfahrverbote verhängt werden. „Nassreinigung, ein besserer Verkehrsfluss auf Hauptachsen, neuer Fahrbahnbelag: all diese Maßnahmen könnten durchaus ein wirksamer Ersatz für den massiven Eingriff in den Wirtschaftsverkehr durch Umweltzonen sein," empfahl Vorsitzende Dahmen. „Wir sind klar für Umwelt- und Gesundheitsschutz in der Stadt. Es kristallisiert sich jedoch heraus, dass Einfahrverbote für einen kleinen Kreis von Fahrzeugtypen letztlich kaum etwas bringen. Das Junghandwerk ist deshalb für eingriffsärmere Regelungen", so Petra Dahmen. „Dort, wo Umweltzonen punktuell kommen werden, sollten leichte Nutzfahrzeuge, denen einen Fahrverbot droht, auf Basis des flächendeckend bereits eingeführten Handwerker-Parkausweises mindestens zwei Jahre lang von solchen Fahrverboten ausgenommen werden,“ trug die Junioren-Chefin einen konkreten Lösungsansatz des Handwerks vor – und stieß bei Landesverkehrsminister Oliver Wittke auf viel Verständnis für diese Position: Der Ansatz sei bereits Gegenstand von ressortübergreifenden Gesprächen der Landesregierung.





