Führerschein fürs Ehrenamt – Zweite Runde „Akademie der Junioren des Handwerks"
Modul 1 „Gesetze, Handwerksorganisation und Interessenvertretung“ im Tagungshotel der Signal Iduna in Soltau.
Nach dem erfolgreichen ersten Durchgang des von der Akademie der Junioren des Handwerks angebotenen „Führerscheins fürs Ehrenamt“ im vergangenen Jahr startete die Seminarreihe Ende Februar mit tatkräftiger Unterstützung der Signal Iduna Versicherungen in die 2. Runde.
Themen des ersten Moduls waren der Aufbau des demokratischen Rechtstaats, Stichworte sind hier u. a. Gewaltenteilung - Exekutive, Legislative und Judikative, Föderalismus - die Beziehungen von Bund, Ländern und Gemeinden, die Entstehung von Gesetzen, die Möglichkeiten der Lobbyarbeit und in diesem Zusammenhang auch der Aufbau der Handwerksorganisation.
In Tiefe und Breite sehr fundiert skizzierte Seminarleiter Hans Bernd Ditscheid, langjähriger Abteilungsleiter im ZDH, u. a. zuständig für politische Kommunikation, anhand des Beispiels der Novellierung der Handwerksordnung den politischen Prozess der Entstehung von Gesetzen, wobei auch die Mitwirkungsmöglichkeiten der Handwerksorganisation eine Rolle spielten. Das Gesetzgebungsverfahren steht hierbei im Spannungsfeld der politischen Akteure Bundesregierung, Parlament mit Abgeordneten, Ausschüsse auf der einen Seite und der Betroffenen mit ihren Verbänden und Organisationen auf der anderen. Auch Konflikte zwischen Bundestag und Bundesrat sowie die Rolle des Vermittlungsausschusses wurden verdeutlicht. Dabei wurden alle Phasen des Gesetzgebungsverfahrens von der Gesetzesinitiative bis zur Verabschiedung, Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten, Veröffentlichung und In-Kraft-Treten intensiv beleuchtet.
Dass dies aber nicht die einzige Aufgabe der Handwerksorganisation ist, wurde im 2. Seminarteil deutlich, als die Organisation des Handwerks auf der Tagesordnung stand. Klar wurde dabei, dass die Handwerksorganisationen auf allen Ebenen wichtige interessenpolitische Funktionen wahrnehmen. Eingegangen wurde dabei auf verschiedene Ebenen und vor allem auf das Zusammenspiel der Organisationen: Kreishandwerkerschaften und Handwerksinnungen, Handwerkskammern, regionale Kammertage, Landeshandwerksvertretungen, Landesfach- und Landesinnungsverbände, auf Bundesebene der Deutsche Handwerkskammertag, der Unternehmerverband Deutsches Handwerk, die Zentralfachverbände und schließlich die „Dachorganisation“, der Zentralverband des Deutschen Handwerks.
Weitere Themen waren die Organisationsstrukturreform als wichtige Aufgabe der handwerklichen Selbstverwaltung und das Verhältnis zwischen etabliertem Handwerk und Juniorenorganisation.
Das 2-tägige Seminar wurde von den 10 Teilnehmern als gute Grundlage bezeichnet, um die politischen Zusammenhänge zu begreifen, in denen die Handwerksorganisationen als Interessenvertretungen arbeiten, wie diese Organisationen aufgebaut sind und wo sich der Nachwuchs einbringen kann.
Mit der Seminarreihe „Führerschein fürs Ehrenamt“ bietet der Bundesverband der Handwerksjunioren, exklusiv für die Mitglieder der Juniorenorganisation seit Ende 2005 ein 4-stufiges Seminarprogramm an, in dem Handwerksjunioren umfassende Grundkenntnisse zu den Themen Politik, Arbeitskreis- und Verbandsmanagement, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Moderation und Rhetorik erhalten können. Die vier 2- bis 3-tägigen Seminarmodule werden in Soltau im Tagungshotel der Signal Iduna, Hotel Park Soltau, durchgeführt.




