Seminar "Presse- und Öffentlichkeitsarbeit"
Die Junioren des Handwerks veranstalteten am 21. und 22. September 2007 in Soltau im Tagungszentrum der Signal Iduna das dritte Seminarmodul des Führerscheins fürs Ehrenamt: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit Frank Wiercks, Chefredakteur des handwerk magazin.
Unter der Überschrift „Öffentlichkeitsarbeit zwischen strategischer Planung und Chaosmanagement“ führte Frank Wiercks in die Themen Kommunikationsfallen, wie keine oder falsche Zielgruppe und keine Kontinuität, Vorbereitung und Kontaktaufnahme sowie journalistisches Handwerk, ein. Dabei wurde deutlich, dass professionelle Pressearbeit vor allem Sekretariatsarbeit ist: Kontakte zur Presse müssen strategisch geplant und gepflegt werden, wobei die jeweiligen Strukturen der Presselandschaft vom Ziel her betrachtet werden müssen. Der Aufbau eines Presseverteilers muss also der Zielgruppe entsprechend entstehen, und dann regelmäßig aktualisiert und verbessert werden. Entscheidend dabei ist die Kontinuität, auch strukturell, also unabhängig von konkreten Personen, so dass funktional gehandelt werden kann.
Inhaltlich darf es bei der Pressearbeit keine Denkverbote geben. Wichtigstes Kriterium muss die Relevanz sein, d. h. die Information muss aus Sicht des Journalisten sowohl in das redaktionelle Konzept, wie auch in zeitlicher und regionaler Hinsicht passen. Weitere wichtige Kriterien für Presseerklärungen sind Fragen der Darstellung, rechtliche Fragen und die äußere Form.
Instrumente der Pressearbeit sind: Pressemitteilung, Presseerklärung, Basisinformation, Pressekonferenz, Personalie (wie den Wechsel eines Amtes) und Hintergrundgespräch. Diese Instrumente müssen sachgerecht eingesetzt werden, um Journalisten anzusprechen und ihre Bereitschaft zu wecken, die Informationen zu veröffentlichen.
Das journalistische Handwerk machte Frank Wiercks anhand einer Basis-Checkliste deutlich. Dabei sind Nachrichten an der (erweiterten) "W-Pyramide" zu orientieren: Wer tut was, wann, wo, warum und wie (mit welchen Auswirkungen für welche Menschen und mit welchem Erfolg). Als Einstieg gibt es mehrere Möglichkeiten, bspw. eine mögliche Tendenz oder Mutmaßung, einen Aufmerksamkeitswecker oder der Einstieg mit einer fotografisch genauen Beschreibung einer Szene. Anlass und Darstellung sind Punkte, die Beachtung finden müssen, genauso wie rechtliche Fragen und die äußere Form. Gerade bei letzterem muss für den Journalisten erkennbar sein, um welche Form es sich handelt, und die Lesbarkeit erschließt letztlich das Veröffentlichungspotenzial. Beim Thema Streuung und Versandarten ist die Frage entscheidend, welche Medien sich für welche Themen gewinnen lassen, und wie weit persönlicher Kontakt zu verantwortlichen Redakteuren besteht.
Das Seminar endete mit einer kurzen Einführung in die Thematik Werkstattgespräche durch Sven Steinmüller, als Mitglied im Bundesvorstand der Junioren des Handwerks verantwortlich für den Führschein fürs Ehrenamt. Dabei wurden Tipps zur Vorbereitungs- und Planungsphase, zur Zielgruppe und zur Durchführung sowie zur Nachbereitung angesprochen.
Alexander Kropp, Pressesprecher des Bundesverbandes der Junioren des Handwerks




