Wohin geht´s? Was müssen wir in Zukunft auslöffeln?
Zu Gast waren auf dem Podium die jungen Politiker Niels Annen (SPD Bundesvorstand), Daniel Bahr (MdB der F.D.P.) und Alexander Dobrindt (MdB der CSU).

- Alexander Dobrindt, Daniel Bahr und Hans Stumpf
Arbeitsplätze für Handwerker - aber bitte nicht für noch mehr Beamte!
Eigentlich wollten sie über die Zukunft reden. Doch die aktuelle Lage mit über 5,2 Millionen Arbeitslosen, Preisdumping durch Ich-AG´s und die hohen Lohnzusatzkosten bestimmten die Diskussion. Dennoch war Hans Stumpf, Bundesvorsitzender der Junioren des Handwerks mit dem 35. Forum auf der Internationalen Handwerksmesse (I.H.M.) zufrieden: „Es waren die da, denen die Zukunft gehört – die jungen."
Gleichzeitig habe die kontroverse Diskussion, auch mit dem Publikum gezeigt, dass jetzt viel schon in Schräglage sei.
Zu Gast waren auf dem Podium die jungen Politiker Niels Annen (SPD Bundesvorstand), Daniel Bahr (MdB der F.D.P.) und Alexander Dobrindt (MdB der CSU). Mit ihnen sollte überlegt werden, was gemeinsam gemacht werden könnte, um Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern und so Staat und Gesellschaft in Gleichgewicht zu halten.
Hans Stumpf brachte mit einem Beispiel die gegenwärtige Problematik auf den Punkt: „Ein Handwerker, der sich seine Wohnung für 1.000 Euro die Wohnung streichen lassen will, muss zuerst 2.400 Euro durch seine Kunden verdienen. Dann hat er die 1.000 Euro im Geldbeutel. Dem Maler, der die Wohnung für 1.000 Euro streicht, bleiben aber nur 300 Euro netto übrig.Die Konsequenz aus dieser Rechnung ist einfach: Schwarzarbeit! Aber das kann´s ja wohl nicht sein."
Die zumeist politisch verursachten Probleme, wie die maroden Sozialsysteme mit Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, würden auf den Lohnkosten liegen. „Erst wenn diese Probleme gelöst sind, kann es aufwärts gehen", so Hans Stumpf.
In der Diskussionsrunde verteidigte SPD-Politiker Annen die Agenda 2010, die auch die Abschaffung des Meisterzwangs in einigen Berufen beinhaltet. Aus diesem Grund sah Moderator Hans Schregelmann von n24 das Handwerk gerade in einem „Gründerboom". Den Wert dieses Booms sahen aber gerade die Vertreter der Opposition, Dobrindt und Bahr, sehr kritisch.
„Bei der Ich-AG sieht es so aus: Die Hälfte nutzt es, weil sie Geld bekommt. Die andere Hälfte legalisiert damit Schwarzarbeit", so die Bilanz von Dobrindt. Mit einem Beispiel zeigte Hans Stumpf die aktuelle Lage auf dem Markt auf: „Ständig machen sich neue Fliesenleger selbständig. Denken Sie das mehr gefliest wird? Das gestandene und ohne Subventionen arbeitende Fliesenlegerhandwerk bleibt außen vor."
Sehr viele kritische Stimmen kamen aus dem Publikum. Ein Heizungsbauer äußerte sich zur Regierungspolitik: „Alle reden nur, niemand tut etwas. Das Neueste ist jetzt das Antidiskriminierungsgesetz. Haben die nichts Besseres zu tun." Alexander Dobrindt sah dieses Gesetz als „typisch grünes Gutmenschentum".
Niels Annen hatte hier einen schweren Stand, zumal seine Kollegin Heide Rühle (MdEP der Grünen) aus Krankheitsgründen kurzfristig abgesagt hatte. Annen verteidigte die deutsche Umsetzung der Antidiskriminierungsrichtlinie der EU, die jedoch weit mehr umfasst als auch Brüssel gefordert.
Von Seiten der Handwerker gab es auch gegenüber der EU-Dienstleistungsrichtlinie starke bedenken. Die in Deutschland vorhandenen Standards würden unterlaufen. Einige Handwerker fühlten sich durch die Konkurrenz der billigen Arbeitskräfte aus den östlichen EU-Staaten „im eigenen Land diskriminiert".
Abschließend gab Stumpf den Politikern zwei Aufgaben mit: „Erstens: Tun Sie etwas, vor allem senken Sie die Lohnzusatzkosten. Zweitens: Überlegen Sie, bevor Sie neue Gesetze verabschieden: Schafft es Arbeitsplätze? Die Gesetze sollen Arbeitsplätze schaffen, nicht für Beamte, sondern für den Mittelstand, die Handwerker."






