Politik, Kirche und Junioren einig: Handwerk – sozialer geht es nicht

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Gruppenfoto von Ortrud Stegner (fotografie-stegner.de) v.l. Stephan Thomae, Dr. Roman Leuthner, Garrelt Duin, Carsten Röttgers und Stefan Helm

Angesichts des Bundesverfassungsgerichtsurteils und der vom FDP-Parteivorsitzenden Westerwelle angestoßenen Diskussion um Hartz IV ist die Debatte um des "Soziale" in Deutschland in vollem Gange. Auch die Junioren des Handwerks haben sich diesem tagesaktuellen Thema angenommen. Unter dem Titel " Das Handwerk – sozialer geht es nicht" diskutierten sie beim 40. Juniorenforum am 6. März 2010 auf der IHM in München mit Vertretern aus Politik und Kirche. Die Moderation hatte Dr. Roman Leuthner, Chefredakteur der Deutschen Handwerkszeitung.

Die Podiumsteilnehmer Garrelt Duin MdB (wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion), Stephan Thomae MdB (Mitglied im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages für die FDP), Stefan Helm (Diakon und Geschäftsführer des Arbeitskreises Kirche und Handwerk) und Carsten Röttgers (Bundesvorsitzender der Junioren des Handwerks) waren sich schnell einig: Das Handwerk übernimmt als soziale Kraft ein tragende Rolle im Gesamtgefüge von Staat und Gesellschaft. Gerade im Handwerk übernimmt der Unternehmer eine besondere Verantwortung für seine Mitarbeiter", bekräftigte Helm. "Hier sind Moral und Ethik im wirtschaftlichen Handeln keine Widersprüche."

Auch die politischen Rahmenbedingungen und was die Politik tun kann, um den sozialen Beitrag des Handwerks für die Gesellschaft zu sichern, war Gegenstand der Diskussion.

"Den Faktor Arbeit zu entlasten, ist für das arbeitsintensive Handwerk von zentraler Bedeutung", betonte Duin und verwies auf die erfolgreichen Anstrengungen der Vorgängerregierung unter SPD-Beteiligung, den Gesamtsozialversicherungsbeitrag unter 40 Prozent gesenkt zu haben. Wir müssen uns fragen, was der Sozialstaat in Zukunft leisten soll, wie das Handwerk dabei mitwirken kann und wie wir die Betriebe dabei unterstützen können, so Duin weiter.

Stephan Thomae (FDP) bezog Stellung zur Ableitung von Mindestlöhnen aus der gegenwärtigen Hartz IV-Debatte: „Es gibt Menschen, die keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. Für sie muss es die Möglichkeit der Aufstockung geben, wenn sie in Beschäftigung sind. Aber ein allgemeiner Mindestlohn ist kontraproduktiv.“ Zum Thema der Fortentwicklung des Arbeitsmarktes und der Gestaltung der Zukunft forderte er höhere Anstrengungen im Bereich Bildung. Auch verwies er auf das Handwerk als beispielhaft in der Aus- und Weiterbildung.

Auch Röttgers bekräftigte die Forderungen nach den richtigen Rahmenbedingungen, die insbesondere Reformen der sozialen Sicherungssysteme erforderlich machten. Gleichzeitig appelliert er an mehr Eigenverantwortung: "Nur mit ihr lässt sich die Zukunft positiv gestalten", so Röttgers.